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Ehrenfriedhöfe

 

SPUREN Ehrenfriedhöfe 1  Alt-Saarbrücken, St. Johann

 

Auch heute noch finden sich im Raum Saarbrücken und Forbach Ehrenfriedhöfe und Ehrengräberfelder mit Bezug zum Deutsch-Französischen Krieg. Hier wurden nicht nur unmittelbare Opfer der »Schlacht bei Spichern« und später verstorbene, ehemalige Teilnehmer der Schlacht beigesetzt, sondern auch Zivilipersonen, die während und nach den Kampfhandlungen humanitäre oder sonstige Hilfe geleistet hatten.

Auf den folgenden Seiten werden diese Ehrenfriedhöfe und Ehrengräberfelder näher betrachtet.

Hinweis: Die in Klammern gesetzten roten Buchstaben in der Beschreibung des jeweiligen Friedhofs bzw. Ehrengräberfelds dienen der Standortidentifizierung auf den verlinkten Karten.

 

Ehrengräberfeld auf dem Friedhof Alt-Saarbrücken     KARTE

Auf dem 1851 eröffneten Friedhof (A) wurden die ersten Gefallenen des Krieges bei Saarbrücken überhaupt beigesetzt. Der erste Soldat, der hier beerdigt wurde, war zugleich auch der erste Gefallene bei Saarbrücken: der Ulan Sebastian Klaiber. Bei dem zweiten hier beigesetzten Gefallenen handelt es sich um den Ulan Nikolaus Müller. Beide waren Angehörige des Ulanen-Regiments »Großherzog Friedrich von Baden« (Rheinisches) Nr. 7. Die Beisetzungen fanden statt am 30. und am 31.07.1870 (1).

Zu den Beisetzungen von Gefallenen der Kämpfe um die Spicherer Höhen schreibt Albert Ruppersberg (2):

»Auf dem Saarbrücker Friedhofe wurden am Nachmittag des 8. August Premierlieutenant Beelitz, die Lieutenants v. Kaphengst und Zacharia und der Vizefeldwebel Gruner vom Leibregiment, Hauptmann Kracht und Lieutenant Freiherr v. Falkenhausen vom 48. Regiment und Lieutenant v. Rex vom 3. Jägerbatailllon unter der Teilnahme der Generäle v. Stülpnagel und v. Döring, des gesamten Offizierkorps und eines Teiles der Mannschaft bestattet. Man zog den Toten die Ringe von den Fingern, um sie den Angehörigen als Andenken zuzusenden, dann wurden sie, während die Musik einen Choral spielte, in die Gruft gesenkt, die der Militärgeistliche einsegnete. Der Divisionskommandeur rühmte in kurzen, markigen Worten die aufopfernde Tapferkeit der Gefallenen, die für das Vaterland in den Tod gegangen waren, dann dröhnten als letzte Grüße die Ehrensalven über die Heldengräber. An derselben Stelle wurden auch drei Offiziere vom 53. Regiment, die Premierlieutenants Meyer und v. Rappard und Lieutenant v. Spiegel, sowie Landwehrlieutenant Cramer vom 40. Regiment beigesetzt.«

Heute lassen sich noch elf Grablagen erkennen, wobei Grabsteine zum Teil völlig fehlen oder ihre Beschriftung nur noch unvollständig erhalten ist.

 

Ehrengräberfelder auf den ehemaligen Friedhöfen von St. Johann     KARTE 1     KARTE 2

Auf dem Friedhof auf dem Rotenberg in St. Johann (B) wurden ebenfalls Gefallene der Kämpfe um die Spicherer Höhen beerdigt. Auch hier fanden die Beisetzungsfeierlichkeiten am 8. August 1870 statt, allerdings bereits am Vormittag. Albert Ruppersberg schreibt dazu (3):

»Eine ähnliche Totenfeier hatte am Morgen desselben Tages auf dem St. Johanner Friedhofe stattgefunden. Neben dem Hause des Friedhofswärters standen 12 Särge, in denen Major v. Klinguth vom 48. Regiment, Premierlieutenant Kirsten vom 53. Regiment, Lieutenant Schmitz und Unteroffizier Spieker vom 39. Regiment, Vizefeldwebel Haverbeck vom 12. Regiment und 7 Soldaten ruhten; außerdem wurden 18 Preußen und 5 Franzosen ohne Särge in ein großes Grab gelegt. Später wurden dort auch Hauptmann v. Manstein (77. Regiment), Hauptmann Groß und Portepeefähnrich v. Randow (48. Regiment) beigesetzt, die anfangs auf dem Schlachtfeld beerdigt worden waren, dazu kamen noch drei Offiziere, die ihren am 6. August erhaltenen Wunden erlegen waren, nämlich Premierlieutenant v. Beaulieu (39. Regiment), Premierlieutenant v. Hobe und Hauptmann v. Oppen (12. Regiment). Im Ganzen ruhen hier ungefähr 250 Krieger, darunter 15 Offiziere; ihre Grabstätte ließ die Stadt St. Johann mit einem würdigen Denkmal bezeichnen, das am ersten Jahrestage der Spicherer Schlacht feierlich eingeweiht wurde.«

Im September 1871 wurde ein Gedenkblatt zur Erinnerung an die im glorreichen Feldzuge von 1870/71 gefallenen, auf dem Friedhofe der Stadt St. Johann a. d. Saar beerdigten deutschen Helden aufgelegt, das eine Abbildung des Denkmals zeigt und die Namen von 215 hier beerdigten Soldaten nennt (4).

Der erst 1846 eröffnete Friedhof musste Mitte 1883 bereits wieder geschlossen werden und wurde durch den Nachfolgefriedhof am Bruchhübel ersetzt, der seinerseits 1917 auch bereits wieder geschlossen wurde. Im Zuge der Umwandlung des Friedhofs auf dem Rotenberg in den Echelmeyerpark wurden 1983 einige der Grabsteine auf den Friedhof am Bruchhübel (C) versetzt (5). Dazu gehört auch der Grabstein des Hauptmanns Benno von Manstein, Kompanieführer der 1. Kompanie des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77 (rechts).

 

1) S. Klaiber wurde am 30.07.1870 in Grab Nr. 78 beigesetzt und N. Müller am 31.07.1870 in Grab Nr. 79; s. Auflistung Auf dem Stadtfriedhof Saarbrücken befindliche Soldatengräber (Stadtarchiv Saarbrücken, Bestand Bgm Alt-SB 1546). In der Liste werden insgesamt 21 Gräber aufgeführt, die zwischen Juli und November 1870 angelegt wurden und z. T. doppelt belegt sind.
2) Saarbrücker Kriegschronik, Saarbrücken 1895, S. 264
3) wie 2)
4) Das Blatt hat eine Größe von ca. 74 x 54 cm – ein Original befindet sich im Bestand des Historischen Museums Saar
5) Rainer Knauf und Christof Trepesch listen in ihrer Inventarisation der Grabdenkmäler insgesamt elf solcher Grabsteine und Fragmente hiervon auf (Knauf, Rainer/Trepesch, Christof: Alter Friedhof in St. Johann. Inventarisation der Grabdenkmäler, Saarbrücken 1992, Teil I, S. 35 und Teil II, S. 73-83).

 

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