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Ehrenfriedhöfe

 

SPUREN Ehrenfriedhöfe 2  Ehrental, Veteranengräber Hauptfriedhof

 

Hinweis: Die in Klammern gesetzten roten Buchstaben in der Beschreibung des jeweiligen Friedhofs bzw. Ehrengräberfelds dienen der Standortidentifizierung auf den verlinkten Karten.

 

Ehrenfriedhof 1870/71 im Ehrental     KARTE

Er ist einer der ältesten Soldatenfriedhöfe in Deutschland überhaupt: Der Ehrenfriedhof 1870/71 im Ehrental (D).

Auch hier im Mockental wurden bereits am Tag nach den Kämpfen um die Spicherer Höhen die ersten Gefallenen beigesetzt – parallel zur Bestattung von Gefallenen auf dem Alt-Saarbrücker Friedhof und dem alten St. Johanner Friedhof am Rotenberg.

Laut Ruppersberg (1) waren es die Lieutenants Graf Reventlow und v. Pirch sowie der Major Johow vom Grenadier-Regiment 12, die als erste Gefallene auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden. Ebenfalls hier bestattet wurde General v. François, dessen Grab am Anfang der ersten Gräberreihe liegt.

Sie waren allerdings nicht die ersten Soldaten, die man im Mockental beigesetzt hatte. Bereits 1813 (2) hatten auf dem Rückzug aus Russland befindliche und in Saarbrücken verstorbene französische Soldaten hier ihre letzte Ruhe gefunden. (3)

Die nachträgliche Weihe des Friedhofs erfolgte etwa zwei Monate später, am 16. Oktober 1870 unter großer Anteilnahme. (4)

Bis April 1871 wurden hier insgesamt 457 Mann – Deutsche und Franzosen – beigesetzt, von denen 44 den Kampfhandlungen unmittelbar zum Opfer gefallen waren, während die anderen in privater Pflege und in den Lazaretten verstorben waren. Viele von ihnen wurden gerade in der Anfangszeit anonym und ohne Sarg in einem großen Massengrab beigesetzt. In den Nachkriegsjahren wurden vereinzelt auch Beisetzungen von späterverstorbenen, ehemaligen Kriegsteilnehmern gestattet – darunter auch General von Pestel, ehemaliger Kommandeur des Ulanen-Regiments Nr. 7.

Eine Ausnahme unter den hier Bestatteten bildet die einzige bekannte Frau, die 1886 im Ehrental ihre letzte Ruhe fand: Katharina Weißgerber, genannt »Schultze Kathrin«.

1890 überführte man die sterblichen Überreste weiterer 83 Gefallener aus Gräbern in Streulage auf den Friedhof im Ehrental, wo sie in einem eigenen Grab wieder beigesetzt wurden.

Das begrenzte Platzangebot führte schließlich dazu, dass man 1911 Überlegungen dahingehend anstellte, den Friedhof zu erweitern. Dieses Vorhaben wurde jedoch zwei Jahre später wieder aufgegeben, weil für den in Planung begriffenen Zentralfriedhof (5) auch ein Ehrengräberfeld für Kriegsveteranen vorgesehen war.

Im Zuge der Anlage des Deutsch-Französischen Gartens wurde das Ehrental 1960 schließlich als Ausdruck des Völkerverständigungsgedankens in diese Parkanlage mit einbezogen. (6)

Heute lassen sich insgesamt noch 64 einzelne Grabstellen sowie ein Massengrab erkennen. In den einzelnen Grabstellen haben laut Inschriften manchmal auch mehrere Tote ihre letzte Ruhe gefunden. Der Beschriftung der drei Eisernen Kreuze auf dem Massengrab zufolge ruhen hier »mehrere Hundert tapfere Krieger, die bei der Erstürmung der Spicherer Höhen in treuer Pflichterfüllung fielen.« Auf dem Massengrab stehen darüber hinaus neun mit Namen beschriftete Einzelkreuze.

 

Veteranengräberfeld 1870/71 auf dem Hauptfriedhof     KARTE

Am Rand des Hauptfriedhofs, zwischen dem Ehrenfriedhof des Ersten Weltkriegs und der Dr.-Vogeler-Straße, befindet sich das oben bereits angesprochene Ehrengräberfeld für Veteranen von 1870/71 auf dem Hauptfriedhof (E), der »quasi die Fortsetzung des Ehrentals bildet« (7). Angelegt wurde das Gräberfeld bereits während des Ersten Weltkriegs. (8)

Von den ehemals fast 40 Grabmalen (9) haben sich insgesamt 24 erhalten, von denen alle bis auf eins noch mehr oder weniger gut bzw. vollständig lesbar sind (10). Den Sterbejahren zufolge fand eine Belegung des Gräberfelds über 20 Jahre hinweg statt: Das älteste, auf einem der noch vorhandenen Grabmale genannte Sterbejahr ist das Jahr 1917 (11), das jüngste ist das Jahr 1937. (12)

Unter den hier Bestatteten befinden sich im Übrigen auch vier Frauen. Wenigstens zwei dieser Frauen wurden für ihre Verdienste bei der Pflege von Verwundeten im Krieg 1870/71 mit dem Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen ausgezeichnet. (13)

 

1) a.a.O., S. 265
2) Ruppersberg: Saarbrücker Kriegschronik, Saarbrücken 1895, S. 265 nennt als Jahr aber 1814
3) demgegenüber spricht v. Lattorff (Denkmäler und Erinnerungszeichen, Saarbrücken 1877, S. 46) von russischen und spanischen Gefallenen aus »früheren Kriegen«, die hier einstmals bestattet worden sein sollen.
4) Ruppersberg: Saarbrücker Kriegschronik, Saarbrücken 1895, S. 266
5) der heutige Hauptfriedhof
6) vgl. zum Ganzen Knauf: Zivile und militärische Friedhofs- und Grabmalgestaltung im 20. Jahrhundert. Der Saarbrücker Hauptfriedhof 1912-1959, Saarbrücken 2010, S. 155-165, mit Quellenangaben sowie Ruppersberg: Saarbrücker Kriegschronik, Saarbrücken 1895, S. 264-267
7) Knauf: Zivile und militärische Friedhofs- und Grabmalgestaltung im 20. Jahrhundert. Der Saarbrücker Hauptfriedhof 1912-1959, Saarbrücken 2010, S. 143
8) Zum Veteranengräberfeld auf dem Hauptfriedhof, insbesondere zum sepulkralgeschichtlichen Hintergrund der Grabmale siehe Knauf: Zivile und militärische Friedhofs- und Grabmalgestaltung im 20. Jahrhundert. Der Saarbrücker Hauptfriedhof 1912-1959, Saarbrücken 2010, S. 101 und S. 143
9) So viele dürften es insgesamt gewesen sein, wenn man die offensichtlichen Lücken mitzählt.
10) Die Nichtlesbarkeit dieses einen Grabmals ergibt sich daraus, dass der Grabstein wohl wegen fehlender Standsicherheit umgelegt wurde – leider auf die behauene Seite. Nach Mitteilung von Dr. Knauf, der den Grabstein 2005 noch aufrecht stehend ablichten konnte, wurde hier ein Mann namens Franz Schmidt beigesetzt.
11) Karl Voigt, * 14.09.1849, + 06.02.1917
12) Luise Schäfer, * 29.11.1853, + 13.11.1937
13) Emma Weber, geb. Rebenack und Henriette Marschall

 

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