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SPUREN – Sulzbach     KARTE

 

Auf dem Friedhof in Sulzbach steht ebenfalls ein Denkmal für die Gefallenen von 1870/71 (54), das in Eigenschreibweise als Denkmalgrab bezeichnet wirdder Grund hierfür liegt wohl darin, dass das Denkmal über den Gräbern von mehreren Gefallenen errichtet wurde.

Dass auf dem Sulzbacher Friedhof überhaupt Gefallene aus dem Deutsch-französischen Krieg beigesetzt wurden, rührt daher, dass die Krankenhäuser in Forbach und Saarbrücken mit dem Anfall von Verwundeten aus den Kämpfen um die Spicherer Höhen völlig überlastet waren. Infolgedessen wurde u. a. auch im Knappschaftskrankenhaus in Sulzbach ein Lazarett eingerichtet. Die in diesem Lazarett an ihren Verwundungen verstorbenen Soldaten wurden zunächst in Einzelgräbern auf dem Sulzbacher Friedhof beigesetzt. Nach dem Krieg erfolgte eine Zusammenlegung der Gräber, wobei ein Teil der Gefallenen auf Wunsch der Angehörigen in ihre jeweiligen Heimatorte überführt wurden. Unter den hier Bestatteten befand sich auch der am 2. September 1824 geborene französische Capitaine Louis Victor Weimann vom 24e régiment d'infanterie, der am 8. August 1870 einer Splitterverwundung im Rücken erlegen war. Auf Initiative der Familie Vopelius und des Kriegervereins hatte man ihn zusammen mit den preußischen Soldaten unter dem gemeinsamen Denkmal beigesetzt. Um 1900 sollen in unmittelbarer Nähe des Denkmals noch mindestens sieben Einzelgräber existiert haben.

Das Denkmal wurde am 30. Jahrestag der »Schlacht bei Spichern«, am 6. August 1903 eingeweiht. Auf seiner Vorderseite findet sich folgende Beschriftung:

»Hier ruhen in Gott

Ferdinand Jolas aus Altenwald
Königin Augusta Rgt.

Mathias Friderichs aus Firks
1. Rhein. Feld. Art. Rgt. 8.

Friedrich Eyßenhardt aus Berlin
Inf. Rgt. 74.

Friedrich Freund aus Neu-Perlswalde
Inf. Rgt. 43.

Gottlieb Flost aus Schwinndenen
Inf. Rgt. 43.

Friedrich Schmarhler aus Glosten
Inf. Rgt. 107.

Louis Weinmann
Kapitain im 24. Franz. Lin. Rgt.

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Sie starben den Heldentod
für's Vaterland.
«

Nicht alle der auf dem Denkmal genannten Soldaten waren jedoch Opfer der Kämpfe um die Spicherer Höhen! An der Mauer hinter dem Denkmal sind drei gusseiserne Grabkreuze angebracht, die ursprünglich auf Einzelgräbern von hier Bestatteten standen. Eins der Kreuze stand auf dem Grab von Friedrich Freund, der am 14. August 1870 in den Kämpfen bei Metz verwundet worden war, ein weiteres stammt vom Grab von Wilhelm Ferdinand Jolas, der seine Verwundung am 18. August 1870 während der Kämpfe bei Gravelotte erhielt. Nur das dritte Kreuz benennt einen Teilnehmer der Kämpfe bei Spichern: Friedrich Nathanël Eyssenhardt (Schreibweise auf dem Denkmal: Eyßenhardt). Er ist auch der Einzige, der in den Verlustlisten (Verlustliste Nr. 11, S. 70) mit folgenden Angaben und wiederum anderer Schreibweise des Nachnamens zu finden ist:

»Off. Aspir. Nathaniel Eysenhardt aus Berlin. L. v.  S. i. r. Oberarm, Laz. Saarbrücken.«

Laut Verlustliste soll er aber Angehöriger der 9. Kompanie des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77 gewesen sein und nicht Angehöriger des 1. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 74, wie auf dem Denkmal angegeben ...

Bis in den Ersten Weltkrieg hinein zierte den Obelisken ein bronzener Adler, der aber wohl den Metallsammlungen vor allem im Jahr 1917 zum Opfer fiel. In den Folgejahren verfiel das Denkmal zum Teil, blieb aber aufgrund immer wieder durchgeführter Sanierungsmaßahmen in seiner Grundsubstanz erhalten.

Auf Initiative von Dominique Kunz, dem Vorsitzenden der A.S.O.R. de Sarreguemines (Unteroffizierreservistenverein Saargemünd) wurde eine Spendenaktion zur Restaurierung des Denkmals ins Leben gerufen (s. Spendenaufruf links).

Mit den eingegangenen Spenden und durch die tatkräftige Mithilfe von Dominique Kunz konnte das Denkmal 2016 schließlich restauriert werden. Aktiv unterstützt wurde er bei seiner Arbeit durch das Sulzbacher Stadtarchiv, durch Rekruten der Sulzbacher Patenkompanie (Rekrutenkompanie der 1. Luftlandebrigade Saarland) und durch das städtische Friedhofsamt. Dabei erhielt der Obelisk auch wieder einen Adler – aus Kostengründen jedoch einen aus Stein. Die farbliche (Neu-)Gestaltung des Denkmals dürfte allerdings nicht der ursprünglichen Gestaltung im Jahr seiner ersten Einweihung entsprechen.

Die offizielle Wiedereinweihung erfolgte am 6. August 2016, dem 146. Jahrestag der »Schlacht bei Spichern«.

 

 

 

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